Ulrich Witzmann

Sprachauswahl

Designer

Vita Ulrich Witzmann

Element Wasser

Element Erde

Element Feuer

„Weniger ist mehr“ ist das Motto des 1954 in Barmstedt, Schleswig-Holstein, geborenen Keramikkünstlers Ulrich Witzmann. Klarheit, Originalität und Funktionalität sind Eckpunkte seines Schaffens. Mit wenigen Ausnahmen werden seine Objekte auf der Töpferscheibe freigedreht und somit erhält jedes Stück seinen ganz eigenen Charakter. Nach seiner Töpferlehre (1970 – 73) und weiteren fünf Jahren als Töpfergeselle bei Barbara Stehr und in der Witthüs Töpferei auf Sylt schloss er 1981 sein Studium in Höhr-Grenzhausen als Keramik-Gestalter und Keramikmeister ab.

Seine erste Auslandserfahrung machte Ulrich Witzmann bei ESLAUKeramik in Sengeløse bei Kopenhagen in der Entwicklung von Prototypen für die Serienfertigung von Gebrauchskeramik.

Im Jahr 1984 folgte er dem Ruf aus Cajamarca/Peru, wo er als Integrierte Fachkraft von CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung) die Beratertätigkeit in einem interdisziplinären Entwicklungsprojekt der Universität von Cajamarca aufnahm.

In der schulischen Lehrwerkstatt von Aylambo/Cajamarca bildete Witzmann Töpfer für den heimischen Markt aus und entwickelte mit ihnen keramische Werkstoffe und Technologien unter Verwendung lokaler Ressourcen. In dieser Gegend mit Wasserknappheit, ohne Strom und mit stark begrenzten Mitteln stand der wirtschaftliche Einsatz von Ressourcen im Vordergrund, mit dem Ziel, den Bauern-Töpfern eine Existenz vor Ort zu ermöglichen und somit der Migration entgegenzuwirken. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Konstruktion, der Bau und die Optimierung von Holzbrennöfen zur Herstellung bleifreier glasierter Gebrauchskeramik.

Wieder zurück in Deutschland nach vier Jahren in Aylambo/Peru suchte Ulrich Witzmann einen Weg, seine tiefen Eindrücke – insbesondere bezüglich der Kostbarkeit des Wassers – in seiner künstlerischen Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Inspiriert durch den außergewöhnlich hohen Blütenstand der Puya de Raymondi (bis ca. 10 m), den er auf 4500 m Höhe in der kargen Landschaft des peruanischen Hochlands in den Himmel ragen sah, gestaltet er seit 1990 in seinem Nieder-Olmer Atelier die Wasserobjekte CACTUS.

Mit den Wasserobjekten für den Innen- und Außenbereich gelingt es Ulrich Witzmann, eine sinnliche Oase in der heutigen Arbeits- und Lebenswelt zu kreieren. Über den ästhetischen Wert hinaus dienen seine Objekte auch als hervorragende Luftbefeuchter in beheizten Räumen und sorgen für ein angenehmes Klima.

Für die Wasserobjekte CACTUS bekam er im Jahr 2002 den Sonderpreis für Gestaltung im Handwerk in Rheinhessen mit der Würdigung: „Die beachtlichen Wasserobjekte von Ulrich Witzmann lassen durch ihre rillenförmige Oberflächenstruktur und die Komposition farbiger keramischer Formen das Element Wasser lebendig werden. Eine erstklassige handwerkliche Arbeit unterstreicht die gestalterische Qualität der Objekte.“

Ulrich Witzmann beteiligte sich während seiner ganzen Laufbahn an Wettbewerben und erhielt mehrere Auszeichnungen. Mit seinen Wasserobjekten gewann er die Wettbewerbe „Innovativer Brunnen“ für den Themenpark des 21. Jahrhunderts auf der EXPO 2000 in Hannover, den „Marktplatzbrunnen“ in Nierstein am Rhein und 2007 übernahm er die Gestaltung vom L’ Alcúdia-Platz in Nieder-Olm, eine Hommage an die spanische Partnergemeinde.2011 gestaltete er ein Wandbild des Gemäldes „Flucht nach Ägypten“ von Adam Elsheimer in einer kindgerechten Interpretation für die Mensa der Grundschule. Als Finalist im Wettbewerb „Spertus Judaica Prize 1996“ in Chicago/USA mit seinem Pessachteller entdeckte Ulrich Witzmann in der Gestaltung sakraler Objekte einen neuen Themenbereich seines Schaffens. Es folgte das Ensemble aus Taufbecken, Ambo, Osterleuchter und Fackelleuchter für die Katholische Kirche St. Georg in Nieder-Olm.

Während der letzten Jahre wagte sich der Künstler mit der Gestaltung von „Orten des Gedenkens“ auch in andere Bereiche der Kunst vor.

  • 1954 in Barmstedt geboren
  • Keramik-Gestalter und Keramikmeister in 3. Generation
  • Mehrjährige Tätigkeit im In- und Ausland, davon vier Jahre in Peru als Integrierte Fachkraft von CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung), Beratertätigkeit in einem interdisziplinären Entwicklungsprojekt in Cajamarca, Peru
  • Seit 1990 in Nieder-Olm selbstständig
  • Mitglied im Bundesverband Kunsthandwerk
  • Mitglied im Berufsverband Kunsthandwerk Rheinland Pfalz
  • Finalist im Wettbewerb „Spertus Judaica Prize 1996“ in Chicago/USA
  • „Innovativer Brunnen“ für den Themenpark des 21. Jahrhunderts auf der EXPO 2000 in Hannover
  • 2002 Sonderpreis für Gestaltung im Handwerk in Rheinhessen
  • Gestaltung des Marktplatzbrunnens, Nierstein 2003
  • Gestaltung des L‘ Alcúdia-Platzes, Nieder-Olm 2007